Fibrinogen ist ein großes, komplexes Glykoprotein, das in der Leber synthetisiert wird. Es besteht aus zwei identischen Polypeptidketten, die jeweils ein Molekulargewicht von etwa 340.000 haben. Fibrinogen liegt im Plasma normalerweise in einer Konzentration von etwa 2–4 mg/ml vor.
Wenn Blutgefäße beschädigt sind, haften Blutplättchen am beschädigten Endothel und aggregieren zu einem Blutplättchenpfropf. Fibrinogen bindet an die aggregierten Blutplättchen und wird durch die Wirkung von Thrombin in Fibrin umgewandelt. Fibrin ist ein unlösliches Protein, das ein Netzwerk aus Strängen bildet, das rote Blutkörperchen und Plasma einfängt und so ein Blutgerinnsel bildet.
Fibrinogen ist sowohl an den intrinsischen als auch an den extrinsischen Mechanismen der Blutgerinnung beteiligt. Im intrinsischen Weg wird Fibrinogen durch die Wirkung von Thrombin, das durch die Aktivierung von Faktor XII (Hageman-Faktor) entsteht, in Fibrin umgewandelt. Auf dem extrinsischen Weg wird Fibrinogen durch die Wirkung von Thrombin, das durch die Aktivierung von Faktor VII (Gewebefaktor) entsteht, in Fibrin umgewandelt.
Fibrinogen ist ein wesentlicher Bestandteil des Blutgerinnungsprozesses. Ohne Fibrinogen wäre die Bildung von Blutgerinnseln nicht möglich und es würde zu unkontrollierten Blutungen kommen.
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